Samstag, 4. September 2010

Exkurs: Leben im Wohnheim

Jaaa, also, das Wohnheim.
Fangen wir mal bei den Basics an: es heißt Boszorkány Kollegium, das erste Wort heißt übersetzt "Hexe". Dazu kann sich jetzt jeder denken, was er will...
Der Stadtteil heißt Mecsek. Wer Pécs ein bisschen kennt, der weißt: Mecsek heißt das Gebirge, was Pecs umgibt. Und das wiederum heißt für mich: ich werde einen geilen Hintern bekommen... ;) Man braucht insgesamt nicht lang von der Stadt hier rauf, so ca. 25 min zu Fuß, aber die gehts bergauf. Andere Variante: der Bus. Aber der fährt eben abends nicht mehr wirklich oft. Oder auch gar nicht mehr. Allerdings hab ich mir schon 2 mal ein Taxi gegönnt, denn das ist hier wirklich nicht teuer. (Innenstadtrand bis vor die Haustür des Kollegiums: 2-3 Euro)
Ja, das waren die äußeren Rahmenbedingungen. Nun zu den inneren Werten: Generell ist das Wonhnheim recht neu und sauber. Die Wohnheiten sind folgendermaßen aufgeteilt: Man wohnt auf langen Fluren in Einheiten von 4 Personen. Das heißt, diese 4 teilen sich eine Toilette, einen Duschraum und einen kleinen Vorraum, wo ein paar Regale und der Kühlschrank stehen. Dann geht es zu den richtigen Schlafzimmern, die nutzt man zu zweit und sie sind recht klein. Aber irgendwie auch hell und gemütlich.
Die Küchen sind auf dem Flur, eine ist für ca 50 (!!!) Leute gedacht, mit abschließbaren Schränken, 2 Herdplatten, 1 Ofen und 2 Mikrowellen. Essen muss man dann auf dem Flur (da stehen Stühle und Tische (keimig) oder im Zimmer.
Genau. Warum wohne ich hier und nicht in einer schnieken Innenstadtwohnung??!!
Weil: Erasmus-Studenten sind ja nur kurz da, das heißt Vermieter vermieten quasi nichts an einen. Wenn man Glück hat, findet man eine WG von irgendwelchen deutschen Medizinstudenten, die hier auf die Privatuni gehen (für 6000 Euro im Semester!) und kann bei denen in der WG wohnen. Darauf hatte ich auch spekuliert, hat aber leider nicht geklappt, weil viele, die 6000 Euro pro Semester zahlen sich dementsprechend süße Innenstadtwohnungen auch alleine gönnen.
Außerdem ist das Preis-Leistungsverhältnis hier z.T. nicht so toll, es gibt wirklich schäbig eingerichtete 1-Zimmer-Appartements, die dann gut mal eben 250 Euro kosten und hier in den Plattenbausiedlungen sind.
Hier im Wohnheim gibts natürlich auch viele Nachteile: die Lage, zur Uni ist es echt weit, laufen ist möglich aber dämlich. Also Bus fahren. Dass man das Schlafzimmer teilt, die Küchensituation. Aber es gibt eben auch eine Menge Vorteile: Die Gemeinschaft: Fast alle Erasmus-Leute wohnen hier. Der Preis: ca. 60 Euro im Monat. Wohnheimpartys (könnten auch zum Nachteil werden...). Fitnessstudio direkt unten. Internet, dass funktioniert, Waschmaschinen im Keller.
Also, ihr seht. Alles nicht so einfach.
Ach ja, meine Mitbewohnerin heißt Hannah, kommt aus Belgien und wir sprechen die ganze Zeit englisch (Vorteil, aber auch Nachteil, weil wirklich anstrengend - zumindest noch).

Gestern sind schon um die 40 neue Leute gekommen und wir haben nett zusammengesessen, heute kommen noch mal einige an, und dann wird es wohl die 1. Wohnheimparty im Wohnheim-eigenen Club geben...

Gleich gehts erstmal in die Stadt, denn endlich endlich ist das Wetter gut!
Also, wir schreiben uns.
Ach ja, die Handynummer: +36703439070
Und die Adresse:
Boszorkány Kollégium

7624 Pécs

Boszorkány street 2

Keine Ahnung, an welcher Stelle ihr da meinen Namen einfügen müsstet... Kann ich ja am Montag (Orientation Day) mal fragen.

Viszlat! (Die Kurzform Viszont Láterá)

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